Amtsblatt 08

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das normale Leben..............
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
wie haben Sie das Osterfest 2020 verbracht? Ich war mit meiner Frau und Tochter am Ostersonntag
bei einer Tasse Kaffee auf der Terrasse vor unserem Haus gesessen. Und plötzlich - ja, plötzlich war es für einen Moment rings um uns her auf einmal ganz still. Auf der
nahegelegenen Bundesstraße ist kein Auto gefahren, kein Mofa knatterte an unserem Hof vorbei
und auch kein LKW donnerte wie sonst üblich durch Meschenbach. Nur die Vögel zwitscherten an
diesem herrlichen Frühlingsmorgen fröhlich in den Bäumen und auf einmal konnten wir von Ferne auch die Kirchen-
glocken hören, die rings umher gleichzeitig das Osterfest einläuteten. Ein ganz ungewohnter Zustand, den wir so auf
unserer Terrasse noch nie erfahren haben: das "normale" Leben ist an diesem herrlichen Ostermorgen (zumindest für
einen Moment) auf eine ganz angenehme Art zur Ruhe gekommen!
Bei all den Einschränkungen, die momentan aufgrund der CORONA-Lage und auch fortwährend in den nächsten Wo-
chen (und noch Monaten?) unser Leben drastisch beeinflussen, tut uns allen eine gewisse Entschleunigung aus dem
zuvor hitzigen "normalen" Leben ganz gut. Vielleicht auch ein Aspekt, warum die überwiegende Mehrzahl der Bevöl-
kerung die auferlegten Beschränkungen gut annehmen und gewissenhaft einhalten. Und die Beschränkungen zeigen
auch Wirkung, indem die Reproduktionskurve gebrochen werden konnte und die Infektionszahlen erfreulich rückläufig
sind. Diese Wirksamkeit dürfen wir aber durch voreilige Lockerungen nicht einfach aufs Spiel setzen! Also bitte weiter-
hin persönliche Kontakte so weit wie möglich vermeiden.
Eine zusätzliche Möglichkeit die Ausbreitung des Virus einzudämmen und trotzdem mit anderen zu kommunizieren
kann das Tragen von Mund-Nase-Masken oder FFP2/FFP3-Masken sein. Wo diese Masken in unserer Gemeinde er-
hältlich sind, sehen Sie auf Seite 140 dieses Amtsblattes. Herzlich bedanke ich mich bei allen, die Mund-Nase-Masken
für sich und andere nähen, weil derzeit industriell gefertigte, aufgrund des großen Bedarfs nicht überall zur Verfügung
stehen (und modischer sind sie natürlich auch). Herzlichen Dank auch nochmals für die große Hilfsbereitschaft und
Solidarität untereinander, um diese Corona-Katastrophe gemeinsam durchzustehen, bis wir ins "normale" Leben zu-
rückkehren können.
Eine große Hilfsbereitschaft durfte auch ein älteres Ehepaar in der Haarth erfahren, als deren
Wohnhaus Freitag letzter Woche einem Großfeuer zum Opfer fiel.
Der Brand breitete sich in Windeseile im gesamten Gebäude aus und nur durch die beherzte
Hilfestellung der Nachbarschaft konnten die beiden betagten Bewohner schnell in Sicherheit
gebracht werden. Vielen Dank an die Einsatzkräfte unserer Freiwilligen Feuerwehren, die durch ihr schnelles
Eingreifen den Brand unter Kontrolle brachten und ein Übergreifen auf die nahegelegenen
Nachbarshäuser verhindern konnten. Vielen Dank auch allen, die in vielfältiger Weise ihre Un-
terstützung angeboten und geleistet haben, sei es zum Finden einer geeigneten Ersatzun-
terkunft, für die Bereitstellung von Pflege- und medizinischen Materialien und für die großzü-
gige Kleiderspende. Das Ehepaar hat sich außerordentlich über diese große Hilfsbereitschaft
und Solidarität gefreut. Auch wenn den Geschädigten viele materielle Werte verloren gingen,
auch wenn persönliche Erinnerungen und einzigartige Gemälde ein Raub der Flammen wur-
de und auch wenn die Geschädigten nun Einschränkungen in ihren Lebensverhältnissen hinnehmen müssen, durch
die große Hilfsbereitschaft und Solidarität ist der Schaden ein bisschen erträglicher, bis sie in ihr "normales" Leben
zurückkehren.

Text: Bürgermeister Rolf Rosenbauer, Gemeinde Untersiemau



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Kreisverkehrsplatz Untersiemau
Kreisverkehrsplatz Untersiemau Repro: Heinz Stammberger