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Stöppach 125 Jahre Gesangverein

Stöppach 125-Gesangverein

Foto: Heinz Stammberger
Foto: Heinz Stammberger

Der Gesangverein feierte sein 125jähriges Bestehen
Ein unentbehrlicher Teil der Dorfgemeinschaft in Stöppach
Wichtiger Kulturträger in der Gemeinde Untersiemau / Vorbild für andere Chöre
STÖPPACH. - In einem würdigen Rahmen feierte der Männergesangverein Stöppach am Wochenende sein 125jähriges Bestehen. Der Festkommers, in dessen Rahmen zahlreiche langjährige und verdiente Mitglieder ausgezeichnet wurden, sowie der Umzug bildeten die Höhepunkte der vier Jubiläumstage. Der Schirmherr Untersiemaus, Bürgermeister und stellvertretender Landrat Karl Zeitler, dankte allen, „die über die Gründerzeit hinweg bis in die Gegenwart Freizeit und Opfer erbracht haben, damit der Jubelverein auch über das Jahr 1988 einer der wichtigen Kulturträger der Gemeinde bleiben kann.Vorsitzender Dittmar Müller begrüßte die zahlreichen Gäste, unter ihnen der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Siegfried Möslein, Kreisvorsitzender Peter Jacobi, Gruppenvorsitzender Arno Heß, Geschäftsführerin Marga Knerr, der ehemalige Chorleiter, Rektor Dieter Heuer, Gruppenchorleiter Harry Westphal, Pfarrer Theodor Weißmann und das älteste Mitglied, Pfarrer i. R. Albert Frommann. Dittmar Müller meinte, daß der älteste Stöppacher Verein in den 125 Jahren seines Bestehens viele Höhen und Tiefen überwunden und zwei Weltkriege überstanden habe, die den Chor in seiner Entwicklung erheblich gestört und manche Lücken hinterlassen hätten. Aber immer wieder habe sich die Gemeinschaft wie ein niedergetretener Zweig erhoben und ihre Lebensfähigkeit bewiesen. Müller richtete den Appell an die Jugend, sich dem Gesang nicht zu verschließen und mitzuhelfen, das von den Vätern ererbte Kulturgut für die Zukunft zu erhalten.
Das erste Lied, das bereits nach wenigen Singstunden im Jahr 1863 eingeübt war und bei einer Hochzeit im Rahmen eines Ständchens gesungen wurde, war der Chorsatz „Ännchen von Tharau". Mit diesem Lied, dargeboten vom Jubelverein Stöppach unter seinem Dirigenten Manfred Weitzel, wurde der Kommers zu einer würdigen Feier.
Der Schirmherr, Bürgermeister Karl Zeitler, meinte, daß der Chorgesang eine der tragenden Säulen der Musik war und ist. Soweit die Menschengeschichte zurückverfolgt werden könne, seien Gesang und das Singen im Chor wichtige Ausdrucksform der Musik im weltlichen und im religiösen Bereich gewesen. Angebote zum Chorgesang gebe es genug, auch in der Gemeinde Untersiemau. Hier seien sechs Chöre in fünf Vereinen aktiv tätig, betonte Zeitler. Viele Menschen fühlten sich angesprochen, ja gepackt von einem mit Impulsivität und Ausdruck vorgebrachten gut einstudierten Chor. Lieder, so sagte der Schirmherr, hätten eine wun derbare Kraft. Sie dienten auch dazu, den in der heutigen Zeit so geplagten Menschen etwas von seinen Alltagssorgen zu nehmen. Lieder schafften aber auch die Gemeinschaft der Sänger ohne Unterschied von Rang, Namen und Parteien und mühelos den Begriff der Sangesschwester und des Sangesbruders. Karl Zeitler überreichte im Auftrag des Landrates und des Untersiemauer Gemeinderates an Vorsitzenden Dittmar Müller Geldgeschenke. Mit der Hymne „Lobpreiset laut" und dem Festhymnus ,Last uns beginnen" trat der stimmgewaltige Gemeinschaftschor auf. Ihn bildeten die Gesangvereine Stöppach, Ahorn und Scherneck, die Manfred Weitzel leitete.
Peter Jacobi, der Vorsitzende des Sängerkreises Coburg, sagte, der Gesangverein Stöppach sei ein Vorbild und sollte gleichzeitig Ansporn für andere Vereine sein, ihre Arbeit fortzuführen. Die Harmonie innerhalb der Stöppacher Sängerschar sei vorhanden. In den vergangenen 25 Jahren hätten die Mitglieder des Gesangvereins immer wieder von neuem ihre Treue zum Lied bewiesen und ihren Verein zu einem unentbehrlichen Teil, der Dorfgemeinschaft werden lassen. Diese Rolle müsse ein Gesangverein auch noch heute spielen, betonte Jacobi. Um wieviel ärmer wäre ein Ort, verlöre er den lebendigen Gesangverein. Kultur sei auch heute nicht mehr zum Nulltarif zu haben. Deshalb bedankte sich Jacobi besonders beim Bayerischen Landtag für die großzügige und weitblickende Unterstützung der Gesangvereine. Der Dank galt auch dem Landkreis Coburg, der die Sängerbewegung seit neuestem finanziell unterstützt. Den Geehrten sprach Jacobi seine Hochachtung aus. Damit verband er die Bitte, weiterhin der Sängerbewegung treu zu bleiben.
Ehrungen
Peter Jacobi und Arno Heß zeichneten die verdienten und langjährigen Mitglieder des Gesangvereins Stöppach aus. Das Ehrenabzeichen des Fränkischen Sängerbundes in Gold für eine 40jährige aktive Mitgliedschaft erhielten Hilmar Hauck, Otto Rädlein, Edmund Reißenweber, stellvertretender Vorsitzender Arno Menzner,. Schriftführer Herbert Stelzner, Robert Welzel und Klaus Wendler. Das Ehrenzeichen des Fränkischen und Deutschen Sängerbundes für 25jähriges Singen im Chor bekamen Helmut Bauer, Gerold Goller, Albin Hassel, Heinz Hildenstein, Manfred Kobiger, Dittmar Müller, Horst Prediger, Edwin Wank und Chorleiter Manfred Weitzel angesteckt. Das bronzene Ehrenzeichen für zehnjährige aktive Mitgliedschaft erhielten Joachim Hülß, Herbert Koch, Dieter Reißenweber, Michael Stelzner, Fritz Trautwein und Werner Wicklein.
Rektor Dieter Heuer richtete den Verein im Jahr 1960 als Dirigent wieder auf, nachdem der Chor drei Jahre ohne Leben war. Dem Verein stand Heuer dann 15 Jahre als Leiter vor. Das älteste Mitglied, Pfarrer i. R. Albert Frommann, gehört dem Gesangverein Stöppach bereits länger als 25 Jahre an. Sie erhielten Ehrenteller der Gemeinschaft, wie die passiven Mitglieder Erwin Bauer, Harry Brehm, Arno Carl, Heinz Fleischmann, Richard Koch, Willi Kleiber, Wilhelm Kirchner senior, Peter Lotz, Arno Morgenroth, Willi Morgenroth, . Bernd Müller, Rudolf Reißenweber, Heinrich Schulz und Günther Wendler, die den Chor über 20 Jahre lang unterstützten.
In seinem Grußwort hob der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Siegfried Möslein, hervor, daß der Freistaat die ehrenamtliche Arbeit der Sängerbewegung zu schätzen wisse und deshalb auch finanziell unterstütze. Den Mitgliedern des Jubelvereins bescheinigte Möslein, daß sie sich sowohl in guten wie auch in schlechten Zeiten dem Dienst am deutschen Lied verschrieben haben. Das gemeinschaftliche Singen habe dazu beigetragen, daß der Gesangverein der Mittelpunkt des kulturellen Lebens in Stöppach geblieben ist. Dies solle auch in der Zukunft so sein.
Eine tief beeindruckende Rede hielt Gruppenvorsitzerder Arno Heß. Er sagte, das Singen eigne sich gerade in der heutigen technischen Zeit dafür, daß Seele, Herz und Gemüt des Menschen gesunden, Am Schluß des Festkommerses übermittelten die Ortsver-1 eine ihre Glückwünsche. Ein Freundschaftssingen mit den Gesangvereinen Scherneck, Herreth, Unterwohlsbach und Dörfles-Esbach ließ das Fest ,ausklingen. Am Sonntag hielt Pfarrer Theodor Weißmann einen Gottesdienst auf dem Stöppacher Dorfplatz . - sta -

Festzug

Stöppach Festumzug
Stöppach Festumzug Foto: Heinz Stammberger

Festzug in Stöppach
STÖPP ACH. - Einen großartigen Höhepunkt der 125-Jahr-Feier des Gesangvereins Stöppach bildete der farbenprächtige Festzug am Sonntag. 40 befreundete Chorgemeinschaften und viele Ortsvereine zogen mit den Blaskapellen Gereuth, AItenbänz, Seßlach und Autenhausen durch das blumengeschmückte Dorf.
Angeführt wurde der Zug vom Schirmherrn, Bürgermeister Karl Zeitler, und den Landtagsabgeordnete Walter Knauer und Otto Schuhmann. Auch der Kleintierzuchtverein Untersiemau, der Gartenbauverein Untersiemau, die Feuerwehren Scherneck und Haarth, der TSV Scherneck, der Schäferhundeverein Itzgrund sowie der Sportclub „Germania", der Gartenbaüverein und die Soldatenkameradschaft aus Stöppach marschierten im Zug mit.
Am Festzelt angekommen, wartete der Gruppenchor mit der Festhymne „Laßt uns beginnen" auf. Die Begrüßung der Gäste hatten Stöppachs Chorleiter Manfred Weitzel und Schirmherr Karl Zeitler übernommen. Während im Festzelt eine . zünftige Blasmusik aufspielte, kamen die Freunde des Chorgesanges in der Festhalle Hauck auf ihre Kosten. 14 Gesangvereine beteiligten sich an dem vielbeachteten Freundschaftssingen. Mit der Übergabe von Erinnerungsgeschenken fand das Jubiläum eine würdigen Abschluß. .
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Fotos

Text , Fotos und Repro von Heinz Stammberger. 20.Juni 1988