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Volksbeghren, Bayern, LBV + BUND u.a.

Volksbegehren im FT

LBV unterstützt Volksbeghren

Volksbegehren
Volksbegehren REPRO: Heinz Stammberger

Der LBV hat beschlossen, das Volksbegehren "Artenvielfalt" intensiv zu unterstützen, nachdem das bayerische Innenministerium dieses am 15. November zugelassen hat und knapp 100.000 Menschen in der ersten Zulassungsphase für das Volksbegehren unterschrieben haben. „Wir sehen dieses Volksbegehren als einmalige Chance, eine Trendwende beim Artensterben in Bayern herbeizuführen“, sagt Norbert Schäffer, der Vorsitzende des LBV. Als Träger gehört der LBV ab sofort zusammen mit „Biobauern“, AbL und Bund Naturschutz neben dem Initiator ÖDP zum engsten Kreis der Organisatoren, welche die Kampagne in den nächsten acht Wochen finanzieren und steuern. Ist das Volksbegehren erfolgreich, so könnte der Freistaat durch einen anschließenden Volksentscheid verpflichtet werden, konkrete Maßnahmen gegen das Artensterben zu ergreifen. „Wir befinden uns mitten im größten Artensterben seit den Dinosauriern“, sagt Simone Wohnig, Vorsitzende des ÖDP-Kreisverband Coburg-Kronach.
Dramatisches Artensterben
In Bayern verschwinden immer mehr Tier- und Pflanzenarten, das ist wissenschaftlich belegt.
— 54 % aller Bienen sind bedroht oder bereits ausgestorben!
— 73 % aller Tagfalter sind verschwunden!
— über 75 % aller Fluginsekten sind nicht mehr da!
— in Bayern leben nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren!
Die Kernziele des neuen Naturschutzgesetzes:
Die Inhalte des Volksbegehrens kann man auf der Website www.volksbegehren-artenvielfalt.de nachlesen.
— eine bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere schaffen
— Hecken, Bäume, kleine Gewässer in der Landwirtschaft erhalten
— Blühende Randstreifen an allen Bächen und Gräben
— die ökologische Landwirtschaft massiv ausbauen
— 10% aller Wiesen in Blühwiesen umwandeln
— alle staatlichen Flächen pestizidfrei bewirtschaften
— Naturschutz als Teil der Ausbildung von Land- und Forstwirten
Im Coburger Land hat sich am 19. Dezember ein Aktionsbündnis zur Unterstützung des Volksbegehrens gegründet, an dem auch der LBV teilnimmt. Bis zum Eintragungszeitraum muss noch kräftig die Werbetrommel gerührt werden, damit sich auch im Coburger Land mindestens 10.000 Menschen in ihren Rathäusern eintragen. Wer noch mithelfen möchte, Flyer zu verteilen und Plakate aufzuhängen, schreibt eine E-Mail an simone.wohnig@web.de
Zehn Prozent der bayerischen Wählerinnen und Wähler müssen sich zwischen dem 31. Januar und dem 13. Februar 2019 in den Rathäusern eintragen. Das sind knapp eine Million Menschen und rund 10.000 Menschen im Coburger Land! Bitte unterschreiben auch Sie und informieren Sie auch Ihre Familie, Freunde und Bekannte!
Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.

Rettet die Bienen

Rettet die Bienen
Rettet die Bienen Repro: Heinz Stammberger

Kinder wollen Bienen retten

Kindergarten Untersiemau, Bienen
Kindergarten Untersiemau, Bienen Foto: Heinz Stammberger

Der Kirchenvorstand der evangelischen Salvatorgemeinde hat beschlossen, das Volksbegehren zu unterstützen, weil die Bewahrung der Schöpfung zu den Grundanliegen des Christentums gehöre. Unterstützt wird die Aktion von der „UWG" (Unabhängige Wählergemeinschaft Untersiemau). Das Rathaus hat Sonderöffnungszeiten für die Eintragung eingerichtet, am S. Februar bis 20 Uhr und am Sonntag, 9. Februar von 9 bis 11 Uhr.

--Kinder wollen die Bienen retten
Untersiemau - Die Kinder und pädagogischen Betreuerinnen der Kinderhäuser „Sonnenschein" und „Regenbogen" haben trotz, kalten und regnerischen Wetter auf das Volksbegehren zur Rettung der Artenvielfalt und der Bienen aufmerksam gemacht. Dazu zogen sie am Dienstag vor das Rathaus in Untersiemau. Die fast 50 Kinder sangen ihr „Bienenlied“ auf dem Rathausplatz. Der Kirchenvorstand der evangelischen Salvatorgemeinde hatte beschlossen, das Volksbegehren zu unterstützen, weil die Bewahrung der Schöpfung zu den Grundanliegen des Christentums gehöre. Unterstützt wurde die Aktion von der „UWG" (Unabhängige Wählergemeinschaft Untersiemau). In Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Rolf Rosenbauer begrüßte Rolf Reisenweber die kleinen und die großen Umweltschützer. Reisenweber wies auf die Öffnungszeiten des Rathauses hin, in dem die Einwohner ihre Stimme abgeben können. Er erwähnte die Sonderöffnungszeit für die Eintragung, Samstag, 9. Februar von 9 bis 11 Uhr im Untersiemauer Rathaus.
Foto: Heinz Stammberger
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Kindergartenkinder werben

Pfarrer-HeinrichArnold

Zur Diskussion um das Volksbegehren „Rettet die Bienen"
Ich gehöre zu den Unterstützern des Volksbegehrens, auch unser Kirchenvorstand hat sich das Anliegen zueigen gemacht. Dafür musste ich persönlich teils heftige Kritik einstecken. Teilweise, muss ich zugeben, berechtigt. Denn die Kritiker, allen voran Landwirte, haben Recht: Es geht nicht an, dass wir zwar beim Volksbegehren unterschreiben, also den Bauern per Gesetz vorschreiben, wie sie das Land zu bestellen haben. Dass wir aber andererseits unsere eigene Rolle, unser eigenes Verhalten nicht prüfen und korrigieren.
Lebensmittel aller Art dürfen nicht billig verramscht werden. Wir dürfen nicht „Fair-Trade-Kaffee" aus Übersee kaufen, die heimischen Landwirte aber mit dem Griff zum Sonderangebot in den Ruin treiben. Wir dürfen nicht „Bio"-Artikel aus fernen Ländern kaufen, aber die regionalen Erzeuger links liegen lassen.
Die angebotenen Lebensmittelpreise, z.B. 44 Cent für 100 Gramm Schweineschnitzel, sind unanständig und unmoralisch, wie auch Herr Dressel aus Seßlach in seinem Leserbrief am 1.2.2019 bemängelt. Das Auto darf 50.000 Euro kosten, aber die Butter nur 1,59? Das ist pervers. Der Lebensmittelhandel hat ein paar (wenige) Möglichkeiten, anders einzukaufen, aber man muss es auch tun!
Mein Appell an alle Unterstützer des Volksbegehrens:
Wer unterschreibt, sollte
• regionale Artikel zu fairen Preisen kaufen
• seinen eigenen Garten blühen lassen.
• Keinen Schotter vor's Haus kippen
• Rasenmähen sein lassen
• Auf Flugreisen und Kreuzfahrten verzichten.
Wir müssen alle wirklich bescheidener leben und uns nicht mit Tausenden Artikeln Haus und Leben vollstopfen, auf die rein profitorientierte Werbung reinfallen und meinen, nur, weil der Nachbar in die „Dom-Rep" fliegt, das auch tun zu müssen.
Wenn alle Unterzeichner das oben Gesagte tun, helfen sie der Natur genau so viel wie der genannte Gesetzentwurf. Übrigens gilt das Bayerische Naturschutzgesetz auch für die öffentliche Hand. Die verstößt aber schon lange und in vielen Bereichen dagegen und müsste mit großem gutem Beispiel vorangehen!
Ich bin ein Mensch des öffentlichen Lebens. Alle, die mich kennen, wissen, dass ich den eigenen Empfehlungen schon lange folge und in nahezu allen Lebensbelangen versuche, meinen ökologischen Fußabdruck klein zu halten.
Aber mit der Argumentation „Ihr tut ja auch nichts, also tun wir auch nichts" ist der Natur nicht geholfen. In einem Gespräch sagte ein Landwirt zu mir: Wir brauchen ein Volksbegehren für die Bauern. Stimmt. Wer unsere Gottesdienste besucht, weiß, dass das Anliegen „Erhaltung der Schöpfung" schon lange fester Bestandteil unserer/meiner Verkündigung ist, aber ebenso der Appell für Bescheidenheit und Fairness.
Das Volksbegehren ist noch kein Volksentscheid. Es gibt für die Gegner noch genug Zeit und Gelegenheit, vor diesem Volksentscheid im Landtag wichtige Korrekturen in einem Gegenentwurf einzubringen. Aber für den Erhalt der Artenvielfalt bleibt nicht mehr viel Zeit.
Wir brauchen eine faire, existenzsichernde Entlohnung für die Landwirte, wenn (!) sie auch unsere Existenz sichern.
Albert Schweizer formulierte: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das auch leben will." Das ist seit Jahrzehnten mein Lebensmotto.
Heinrich Arnold, Pfarrer in Untersiemau