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Kompost

Gute Erdevom BUND

Alternative zu Torf: der gute alte Kompost
Einer der besten Wege zum Gärtnern ohne Torf ist die Anlage eines eigenen Komposts. Wer einen Garten hat, kann selbst kompostieren. Mit der gewonnenen Erde führt er dem Boden organisches Material mit hoher biologischer Aktivität zu und erreicht gleichzeitig eine organische Düngung. Jedes Jahr sollte dazu eine Schaufel pro Quadratmeter in den Boden flach eingearbeitet werden. Gute Tipps und Informationen liefert das Faltblatt Kompost nutzen, Moore schützen (PDF) des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU).
Naturgemäßes Gärtnern ist generell eine gute Möglichkeit dem Ziel „Gärtnern ohne Torf“ näherzukommen. So benötigen heimische, robuste Pflanzenarten keine Torferden. Auch durch entsprechende Bodenbearbeitung können gute Voraussetzungen für die Pflanzen geschaffen werden. Ein Gärtnersprichwort sagt: „Einmal gelockert ist dreimal gegossen – dreimal gelockert ist einmal gedüngt.“
Weitere Informationen zum Kompost erhalten Sie
beim BUND: BUND-Einkaufsführer für torffreie Erdenbei der Fachvereinigung Bayerische Komposthersteller e.V.oder
bei derBundesgütegemeinschaft Kompost e.V.
Mikroorganismen im Boden
Mikroorganismen im Boden haben vielfältige Funktionen. Ein reiches Bodenleben ist somit der Garant für gute Umsetzungsprozesse. Insbesondere bei humusarmen Böden kann die Unterstützung durch die Zugabe von Mikroorganismenpräparaten zur Verbesserung des Bodenlebens beitragen. Ein Beispiel ist der Einsatz sogenannter Effektiver Mikroorganismen (EM), auch wenn wissenschaftliche Studien nicht in allen Fällen deren Wirksamkeit belegen.
Ebenso kann die Anwendung sogenannter Terra Preta, einer aus Südamerika bekannten Art zu kompostieren, die Gartenerträge auf verarmten Böden steigern.
Auch die Profis müssen umdenken
Nicht nur Hobbygärtner, auch professionelle Garten- und Landschaftsgestalter sowie Gartenbaubetriebe verbrauchen riesige Mengen an Torf. Alternativen werden bereits entwickelt. In der Orchideenkultur wird beispielsweise schon seit langem Torfmoos als anerkannte und begehrte Alternative zu torfhaltiger Erde verwendet. Torfmoos hat als Substrat die gleichen positiven Eigenschaften wie Torf. Noch befinden sich die Verfahren im Versuchsstadium. Aber Torfmoos könnte eine umweltverträgliche Antwort auf den Substrathunger des Gartenbaus sein.

Die Moose werden zum Beispiel auf wiedervernässten Hochmoorböden angebaut. Ein weiterer Vorteil dabei: Der Torf bleibt bei diesem Anbau im Boden erhalten und dadurch wird weniger Kohlendioxid freigesetzt als bei einer anderen landwirtschaftlichen Nutzung. Im Osten Deutschlands wird auch der Anbau auf Tagebaurestseen erprobt. Um drei Millionen Tonnen Torfmoos-Substrat herzustellen, würden beispielsweise 25 Prozent des Hochmoorgrünlandes in Niedersachsen ausreichen.
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weitere Hinweise:
Moore schützen – torffrei Gärtnern!
Es ist wieder so weit, die Gartensaison beginnt:Blumenkübel auf der Terrasse, Blumentöpfe fürdie Fensterbank und unsere Gärten werdenfrisch bepflanzt und farbenfroh gestaltet. InGartencentern und Baumärkten stapeln sich dieSäcke mit Blumenenerde. Viele Hobbygärtner*innen greifen dabei wie ge-wohnt auf scheinbar bewährte Blumenerde zu-rück. Doch die wenigsten wissen, was sich hinterder harmlosen Bezeichnung „Erde“ verbirgt. Diemeisten Blumenerden bestehen überwiegend ausTorf – dem Stoff, aus dem die Moore sind. Jedes Jahr verbrauchen wir Deutschen rund zwei-einhalb Millionen Kubikmeter Torf aus Mooren alsPflanzerde in privaten Haushalten! Es gibt Alternativen!Doch jeder und jede von uns kann durch die Ver-wendung von torffreier Erde zur Erhaltung vonMooren beitragen und damit Lebensräume undKlima zugleich schützen. Zum Glück gibt es mitt-lerweile viele torffreie Produkte von Firmen, dieteilweise den Umwelt- und Moorschutz ernst neh-men. Dieser Einkaufsführer erleichtert Ihnendabei, torffreie Erde in Ihrer Nähe zu finden.Bitte beachten Sie: Viele Hersteller führen außerden genannten torffreien Erden auch torfhaltigeErden im Angebot. Nur die hier gelisteten Pro-dukte der Hersteller enthalten keinen Torf. Die Firmen Neudorff, Palaterra oder Proflora füh-ren ausschließlich torffreie Erden.Auf manchen torfhaltigen Produkten wird derTorfgehalt im Kleingedruckten auf der Rückseiteausgewiesen, bei vielen ist dies jedoch nicht derFall. Diese Produkte enthalten in der Regel Hoch-moortorf. Gleiches gilt für „torfreduzierte“ oder„torfarme“ Erden, diese können bis zu 80 Prozentaus Torf bestehen.Genaues Hinschauen gilt auch bei "Bio"-Erden –der Begriff "Bio" ist für Blumenerde nicht ge-schützt und wird von einigen Herstellern als grü-nes Deckmäntelchen missbraucht Wenn nicht Torf - was dann?Torffreie Gartenerden werden auf Basis von Kom-post, Rindenhumus und Holzfasern (zum Beispielaus Nadelhölzern oder Kokos) hergestellt. Außer-dem beinhalteten sie, je nach Hersteller, Neben-produkte wie Tonminerale und Lavagranulate(optimale Wasser- und Nährstoffspeicherung undbedarfsgerechte Freisetzung), Xylit (für den idea-len pH-Wert) oder Phytoperis (ein Naturdünger).Torffreie Erde eignet sich sowohl für Topfpflanzenim Zimmer, Kübelpflanzen auf der Terrasse, Bal-konbepflanzung im Balkonkasten, Beete im Gar-ten als auch bei neuen Anpflanzungen oder beimUmtopfen.Wer einen Garten hat, kann auch einen eigenenKompost anlegen und ist so weniger auf den Ein-kauf von Erde angewiesen. Kräuter und Blumenlassen sich in torffreier Erde auf der Fensterbankselbst ziehen, anstatt sie - und damit Torf - ausdem Supermarkt zu holen.Moore in NotMoore sind heute in Deutschland stark bedrohteLebensräumen. Seit dem 17. Jahrhundert werdenMoore entwässert, um sie land- und forstwirtschaftlich zu nutzen und um sie als Rohstofflagerauszubeuten. Diese Moorzerstörung dauert bisheute an. Zunehmend werden auch die intaktenund wilden Moore im Baltikum durch Torfabbauzerstört. Ein großer Teil dieses Torfs landet in derdeutschen Gartenindustrie.Überdüngte Böden und die durch den Klimawan-del bedingte Zunahme an Trockenheit verschlim-mern die Situation noch. Beim Torfabbau im Moor werden hoch speziali-sierte Tier- und Pflanzenwelten unwiederbringlichzerstört. Seltene Pflanzen, wie der Sonnentau, dasWollgras und verschiedene Orchideen verlierenihren Lebensraum. Nahezu zwei Drittel der Blü-tenpflanzen, die das Moor beheimatet, sind be-reits vom Aussterben bedroht oder gefährdet. Vom Aussterben bedrohte Tierarten wie Sumpf-ohreule und Birkhuhn, Große Moosjungfer undHochmoor-Mosaikjungfer, Hochmoorgelbling oderTorfwiesen-Scheckenfalter büßen ihre letztenRückzugsgebiete ein.
Quelle:https://www.bund-naturschutz.de/fileadmin/Bilder_und_Dokumente/Themen/Landwirtschaft/Garten/BUND_einkaufsfuehrer_torffreie_erden2018.pdf