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Bedeutung des Apfels

Apfel

Bedeutung des Apfels:

Historisches:
Bis in die Mitte des 20. Jh. waren auch bei uns Streuobstwiesen die vorherrschende Art des Apfelanbaus und ein bedeutender Wirtschaftszweig im Hinblick auf die Versorgung der Bevölkerung mit gesundem Obst. Durch die sich entwickelnde landwirtschaftliche Intensivbewirtschaftung wurden die Flächen »ausgeräumt«, um sie besser bearbeiten zu können. Besonders die alten Apfelbäume, wo an Hochstämmen die Früchte ungespritzt und unbehandelt zu ihrer vollen natürlichen Reife gelangen, sind dadurch auf diesen ehemaligen Streuobstwiesen weitgehend verschwunden.

Es gab sogar staatliche Rodungsprämien, die eine verheerende Wirkung auf diese Art des Obstanbaus hatten. Mittlerweile hat hier wieder ein Umdenken eingesetzt. Man hat eingesehen, dass Ökonomie und Ökologie - gerade unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit keine Gegensätze sein müssen. Die optimale Vernetzung von Landschaft, Landwirtschaft und Wirtschaft ist nun ein auch politisch gewolltes Ziel, um den Menschen in einer intakten Umwelt Leben und Arbeiten zu ermöglichen. Entsprechende Initiativen werden daher von den Behörden in Brüssel und Berlin gefordert und gefördert.

So gibt es mittlerweile zahlreiche Initiativen, die sich um Neupflanzungen kümmern, die noch verbliebenen Restbestände aus früherer Zeit kartieren, um sie besonders schützen zu können. Die alten, oft nicht oder nicht mehr bekannten Apfelsorten werden von Pomologen auf Wunsch der Grundstückseigentümer namentlich bestimmt und ihre Eignung für bestimmte Arten der Weiterverarbeitung überprüft.

Bedeutung des Apfels: Neben seiner ökonomischen Bedeutung sind es auch kulturhistorische Gründe, die den Apfel so stark in der öffentlichen Meinung verankert haben.

Woher er ursprünglich stammt, konnte bisher nicht zweifelsfrei geklärt werden. Als die Römer nach Germanien kamen, kannten sie bereits die Kunst des Pfropfens und Okulierens, sie kultivierten damit den Apfelanbau und brachten ihn auf ein zur damaligen Zeit erstaunlich hohes Niveau.

Der Apfel ist eines der vitalstoffreichsten Gewächse, die wir kennen. Er enthält über 20 wichtige Mineralien und Spurenelemente (Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen). Außerdem versorgt er den menschlichen Organismus mit wertvollen Vitaminen des B-Komplexes, mit Provitamin A, Vitamin C und ist reich an
Ballaststoffen. Äpfel senken den Cholesterin-spiegel, sanieren den Darm und beugen dem Herzinfarkt vor. Der Apfel verdient also uneingeschränkt das Prädikat ernährungsphysiologisch besonders wertvoll.

Vom Apfel zum Saft: Ein Großteil der Ernte gelangt nicht als Tafelobst auf den Markt, sondern geht zur Weiterverarbeitung in die Lebensmittelindustrie. Dort begegnet uns der Apfel dann in den vielfältigsten Erscheinungsformen, z. B. als Apfelmus oder -gelee, als Apfelmost. Apfelwein, Apfelschnaps oder neuerdings sogar als Apfelsekt. Besonders geschätzt wird auch der Apfelessig als bewährtes Hausmittel gegen eine Vielzahl von Gesundheitsstörungen.

Die mit Abstand größte Bedeutung hat aber zweifellos der Apfelsaft erlangt. Er ist Deutschlands meistgetrunkener Fruchtsaft, von dem die Bundesbürger jährlich etwa 12 Liter pro Person trinken. Damit sind die Deutschen Weltmeister im Apfelsaftkonsum. Der Anteil an Bio-Qualität, auch bei Fruchtsäften und insbesondere beim Apfelsaft - klar oder naturtrüb -, wird immer größer. Und hier sind es gerade die Mostäpfel aus ökologischem Anbau, die in den Gärten und auf den Streuobstwiesen geerntet werden, welche sich besonders gut zur Saftherstellung eignen.

Neben dem Apfelsaft selbst hat auch Apfelschorle als isotonischer Durstlöscher eine große Bedeutung erlangt.

Neuerdings werden auch Apfelmischgetränke mit besonders aparter Geschmacksnote, wie z. B. Apfel-Kirschsaft oder Apfel-Hollersaft, hergestellt und zunehmend geschätzt.

Wie kommt der Apfel in die Flasche? - In
den Keltereien werden während der Apfelernte, etwa Mitte September bis Ende Oktober, die angelieferten Äpfel zunächst auf ihre Eignung zur Weiterverarbeitung geprüft. Anschließend werden sie gewaschen und sortiert. Weiter geht es zur Mühle, wo sie zu einer Maische verarbeitet werden, aus der dann in großen Pressen Apfelsaft gewonnen wird. Hierbei entsteht zunächst naturtrüber Apfelsaft. Soll daraus klarer Apfelsaft hergestellt werden, muss der Saft nach einer kurzen Ruhepause zentrifugiert und gefiltert werden. Um den Apfelsaft haltbar und damit auch in der kalten Jahreszeit genießbar zu machen, wird er kurz vor der Abfüllung erhitzt bzw. „pasteurisiert«. Um 1 Liter Apfelsaft zu gewinnen, benötigt man etwa V/2 kg Äpfel. Laut dem Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie „VdF" produzieren in Deutschland derzeit etwa 400 Fruchtsafterzeuger jährlich rund 1 Mrd. Liter Apfelsaft.

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