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Untersiemauer Apfelfest

5. Untersiemauer Apfelfest

Untersiemau

Am Sonntag, 27.September tritt die Jugendorganisation Bund Naturschutz Untersiemau an die umweltbewußte Bevölkerung. Beim 5. Untersiemauer Apfelfest wird für Jung und Alt wieder für Abwechslung gesorgt. Zahlreiche Aktivitäten sollen die Vielfalt des Apfels, unserer wichtigsten heimischen Frucht, hervorheben. Auf die große Bedeutung der Streuobstwiesen als besonderes Naturgut und Kulturerbe wird ausdrücklich hingewiesen. Streuobstanbau ist eine Form des Obstbaues, bei welchem mit umweltverträglichen Bewirtschaftungsmethoden Obst auf hochstämmige Baumformen erzeugt wird. Die Bäume stehen im Gegensatz zu niederstämmigen Plantagenobst „verstreut“ in der Landschaft. Das 5. Untersiemauer Apfelfest findet deshalb auf dem vereinseigenen Grundstück „ statt. Hier kann eine Streuobstwiese, mit zum Teil sehr alten Obstbäumen besichtigt werden. Sowohl die Obernutzung (Obstbäume) als auch die Unternutzung (Wiese, Ackerland) ist gemeinsam möglich. Die Anwendung synthetischer Behandlungsmittel wie Pestizide und Dünger ist auf dem Grundstück verpönt. Gefährdet war der Streuobstbestand in den 1950er bis 1970er Jahren durch teils öffentlich geförderte Rodungen, diese hatten die Umwandlung in niederstämmige Monokulturen zum Ziel . Die Besucher des Untersiemauer Apfelfestes, welches bayernweit eine der vier überregionalen Veranstaltung zum Tag der „Streuobstwiesen“ des Bund Naturschutz ist, können auch den naheliegenden Streuobstlehrpfad des Obst- und Gartenbauvereins Untersiemau begutachten. Auf der „Pfaffenleite“ werden als Aktivitäten angeboten: Leckereien aus dem neuen Lehmbackofen, Bio- Apfelsaft pressen, Apfelwettschießen, Früchte erkunden, Lagerfeuer schüren, Baumpatenschaften annehmen, Basteln für Kits und vieles mehr. Spaß und gutes Essen stehen neben den Informationen im Mittelpunkt. Wer Interesse am Kauf von selbsterzeugtem, gesundem Obst hat, bekommt Hinweise an diesem Nachmittag. Die Veranstaltung findet am Sonntag, den 27. September von 13.30 bis 17.30 Uhr auf dem Grundstück Pfaffenleite in Untersiemau, in der Nähe des alten Bauhofes statt. Die Veranstalter würden sich freuen, wenn die Besucherinnen und Besucher eigenes Geschirr mitbringen und möglichst umweltbewusst des Weges finden, zumal nur eine beschränkte Anzahl von Parkmöglichkeiten am Alten Bauhof, (Straße nach Zilgendorf), zur Verfügung steht. Nähere Informationen erteilen Peter Schumann (09565 6672) oder Ivonne Peschek (09565 615036)

heinz stammberger

Untersiemau, Apfelfest 2009

Apfel schmeckt
Apfel schmeckt

Was ist Streuobstbau?
Streuobstbau ist eine Form des Obstbaus, bei welchem mit umweltverträglichen Bewirtschaftungsmethoden Obst auf hochstämmigen Baumformen erzeugt wird. Die Bäume stehen im Gegensatz zu niederstämmigen Plantagenobstanlagen häufig "verstreut" in der Landschaft.
Streuobstbeständen gemeinsam ist die regelmäßige Nutzung sowohl der Hochstamm-Obstbäume (Obernutzung) als auch der Flächen unter den Bäumen (Unternutzung). Die umweltverträgliche Nutzung eines Streuobstbestandes schließt die Anwendung synthetischer Behandlungsmittel wie Pestizide und Dünger aus.
Die häufigste Anlageform ist die Streuobstwiese, bei der hochstämmige Obstbäume auf Wiesen, Weiden oder Mähweiden stehen. Nach NABU-Schätzungen existieren bundesweit rund 400.000 Hektar Streuobstbestände, davon über 95 Prozent Streuobstwiesen. Andere Streuobstbestände sind flächenhafte Anpflanzungen von Hochstamm-Obstbäumen auf ackerbaulich oder gärtnerisch genutzten Flächen, sogenannte Streuobstäcker. Diese waren Anfang des 20. Jahrhunderts insbesondere auf ehemaligen Weinbaulagen weit verbreitete und kommen heute nur noch im südlichen Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Franken und Südbaden vor. Auch hochstämmige Obstalleen an Feld- und Fahrwegen (Straßenobst), in Hausgärten oder hochstämmige Einzelbäume in der freien Landschaft gehören zum Streuobstbau.
In ihrer Vielfalt der Anbauformen sind Streuobstbestände prägender Bestandteil der mitteleuropäischen Kulturlandschaften, vergleichbar agroforstwirtschaftlichen Anbausystemen Südeuropas wie die iberischen Dehesas, Oliven- oder Mandelhainen. Für die mitteleuropäische Biodiversität spielen Streuobstbestände mit über 5.000 Tier- und Pflanzenarten sowie über 3.000 Obstsorten eine herausragende Rolle. Charakterarten sind Steinkauz, Wendehals und Grünspecht.Mehr über Obstsorten
In Europa existieren großflächige, landschaftsprägende

Streuobstbestände insbesondere in Nordspanien, Frankreich, Luxemburg, Deutschland, der Schweiz, Österreich und Slowenien.
So genannte "Legaldefinitionen" für Streuobst-Lebensräume in den Landesnaturschutzgesetzen von Brandenburg, Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen listen auf, welche Lebensraumtypen als schützenswert im Sinne des Gesetzes gelten. Die darin verwendeten Kriterien wie beispielsweise eine Anzahl von mindestens 10 oder 20 zusammenstehenden Hochstämmen oder die Einbeziehung von landschaftsprägenden Gemischtbeständen von Hoch- und Halbstämmen wie die Aprikosenbestände am Süßen See in Sachsen-Anhalt sind daher nicht mit der korrekten Definition von Streuobst zu verwechseln.
Gefährdet waren Streuobstbestände in den 1950er bis 1970er Jahren durch teils öffentlich geförderte Rodungen, die meist die Umwandlung in niederstämmige Monokulturen zum Ziel hatten. Heutzutage sind Streuobstbestände direkt am stärksten durch Bebauung, in Ballungsräumen durch Intensivierung in Gartengrundstücke mit englischem Rasen, Zäunen, Hütten und Nadelbäumen sowie in ländlichen Räumen durch Nutzungsaufgabe und Verbrachung gefährdet. Ursache hierfür ist die häufig mangelnde Rentabilität des Streuobstbaus im Vergleich zu den rationeller zu bewirtschaftenden Niederstamm-Anlagen. Dies gilt insbesondere für den Tafelobstbau. Bei der Direktvermarktung von Saft und der Kleinbrennerei war und ist die Streuobst-Bewirtschaftung vergleichsweise rentabel.
Seit Anfang der 1980er Jahre bemühen sich Naturschützer, Landwirte, öffentliche Hand und Keltereien vermehrt um Schutz und Förderung der Streuobstbestände in Deutschland. Motivation hierfür sind die Bedeutung des Streuobstbaus für Landschaftspflege und Naturschutz, als Kulturgut und als Erwerbszweig sowie für Naherholung und Tourismus. Die getrennte Erfassung und Vermarktung von Streuobstprodukten bringt einen Marktwert von über 15 Millionen Euro mit sich (2004).

Die Mechanisierung der Ernte mit Lese- und Schüttelmaschinen, insbesondere in der Schweiz und zunehmend auch in Deutschland verbreitet, eröffnet der rentableren Bewirtschaftung neue Möglichkeiten.
Text: Markus Rösler & NABU-Bundesfachausschuss Streuobst

Streuobst 2009

Streuobst-Apfelernte 2009 sehr niedrig
NABU und Safthersteller fordern bundesweite Streuobsterhebung
Berlin/Bonn – Nach Schätzungen des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst und des Verbandes der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) wird die deutsche Apfelernte im Streuobstbau in diesem Jahr nur rund 500.000 Tonnen betragen. Damit würde sie deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 1999 bis 2008 in Höhe von knapp 900.000 Tonnen und der Jahre 1980 bis 1994 in Höhe von 1,1 Millionen Tonnen liegen. Ursachen für den geringen Ertrag sind laut NABU und VdF der Rückgang der Streuobstwiesen aufgrund von Bebauung, mangelnder Pflege und der meist schwierigen ökonomischen Situation bei der Streuobstbewirtschaftung.

Die letzte bundesweite Erhebung des Streuobstanbaus fand in der Bundesrepublik 1965 und auf dem Gebiet der neuen Länder 1938 statt. Damit fehlen verlässliche Daten für einen Wirtschaftszweig mit Qualitätsprodukten und Milliarden-Umsätzen und herausragender Bedeutung für die biologische Vielfalt. NABU und VdF fordern daher von Bundesagrarministerin Aigner (CSU) und Bundesumweltminister Gabriel (SPD), sich für eine bundesweite Flächenerhebung des Streuobstanbaus einzusetzen.

Erstmals hatten VdF und NABU im Juli 2009 gemeinsam zu einer bundesweiten Ernteschätzung im Streuobstbau aufgerufen. „Für viele unserer über 400 Mitgliedsbetriebe stellt die Ablieferung der Äpfel und Birnen aus dem Streuobstbau eine wichtige Existenzgrundlage dar“, so VdF-Geschäftsführer Klaus Heitlinger. „Nach der Auflösung der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) stehen weniger obstbaurelevante Daten zur Verfügung. Daher ist es für uns umso wichtiger, abschätzen zu können, wie die stark schwankende Streuobsternte ausfällt“, sagte Heitlinger. Laut Markus Rösler, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst, leistet die Verarbeitung der Ernte

einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Streuobstwiesen: „In rund 120 Regionen Deutschlands kooperieren Naturschutz, Keltereien und Landwirte in der sogenannten Streuobst-Aufpreisvermarktung – daher führen wir diesen Aufruf zur Ernteschätzung sehr gerne in Kooperation mit dem VdF durch.“ Bundesweit wurden 30 neue Zähler gewonnen, so dass die Schätzung eine höhere Qualität als in den vergangenen Jahren aufweise, so VdF und NABU.

Für alle Bundesländer sei eine sehr mäßige Apfelernte im Streuobstbau zu erwarten, während bei den Birnen im Streuobstbau voraussichtlich eine gute Erntemenge zu verzeichnen sei. Aufgrund der voraussichtlich niedrigen Streuobst-Apfelernte rufen NABU und VdF die Keltereien auf, besonders auf gute Qualität zu achten: Da die Oechslewerte und damit die Qualität des Obstes im Verlauf des Herbstes ansteigen, sei es zu begrüßen, wenn die Auszahlungspreise für das Streuobst im Verlauf der Ernte ebenfalls ansteigen.

Die Verwertung der Äpfel im Streuobstbau in Deutschland erfolgt regional sehr unterschiedlich. Bundesweit 40 bis 50 Prozent werden durch Keltereien erfasst und zu Getränken verarbeitet – das ergibt im Durchschnitt rund 400 Millionen Liter im Jahr, ergänzt um Säfte, deren Obst aus Niederstamm-Anlagen und Hausgärten stammt. 30 bis 40 Prozent gehen in die Eigenverwertung von Privathaushalten. Rund zehn Prozent werden als Tafelobst vermarktet, je fünf Prozent werden zu Obstbränden beziehungsweise zu Sonderprodukten wie Mus und Dörrobst verarbeitet. Unabhängig davon wird bei starken Ernten und niedrigen Preisen ein weiterer Anteil von teils über zehn Prozent gar nicht abgeerntet.

Für Rückfragen:
Dr. Markus Rösler
NABU-Bundesfachausschuss Streuobst
Tel. mobil 01 51-53 75 58 61


Klaus Heitlinger
VdF-Geschäftsführer
Tel. 02 28-95 46 00 und 01 71-7 70 12 46

Streuobstsorten 2009



NABU.de Themen Streuobst Obstsorten Streuobstsorten des Jahres 2009



Dorheimer Streifling

Hessische Lokalsorte 2009



09. Juli 2009 - Der Pomologen-Verein e. V., Landesgruppe Hessen hat den ´Dorheimer Streifling´ zur „Hessischen Lokalsorte des Jahres 2009“ gekürt. Der Apfel ist in der Wetterau, in Friedberg-Dorheim beheimatet. Der Streifling war lange Zeit verschollen. Erst durch die Arbeit der Naturschutzgruppe in Dorheim (NABU Friedberg) gelang es, den Apfel 1995 durch einen Zeitungsaufruf wiederzufinden. Bis heute sind allerdings nur acht Altbäume registriert. Seit Ende der 90er Jahre beschäftigen sich die Pomologen mit der wiederentdeckten Sorte, von der inzwischen auch Jungbäume in heimischen Baumschulen zu beziehen sind. Durch die Bemühungen von Naturschützern und Pomologen konnte der Bestand vorerst gesichert werden. Trotzdem handelt es sich um eine seltene, begrenzt vorkommende Lokalsorte.



Der schöne Streifling ziert eine Postkarte des Pomologen-Vereins

Die Frucht zeichnet sich durch ihr ausgeglichenes Zucker-Säureverhältnis und das gute Aroma aus. Die Erträge sind hoch und regelmäßig. Außerdem verfügt die Sorte über sehr gute Lagereigenschaften. Der Baum stellt keine besonderen Ansprüche an den Standort. Er ist robust und wiederstandsfähig.
Durch die Unterstützung des NABU Friedberg, des OGV Wetteraukreis e.V., dem Wetterauer Edelobstbrand/Friedberg sowie der Baumschule Rinn/Gießen konnten verschiedene Pflanz- und Pflegeaktionen u.a. im Freilichtmuseum Hessenpark und im Streuobstgebiet „Wingert“ bei Dorheim durchgeführt werden. Ein Faltblatt ist über die Landesgruppe Hessen des Pomologen-Vereins (www.pomologen-verein.de) zu beziehen. Außerdem ziert der schöne Streifling neuerdings eine Postkarte, die gegen Einsendung von 1,55 Euro erworben/verschickt werden kann.

Kontakt:
Pomologen-Verein e.V.
Landesgruppe Hessen
Redaktion „Hessische Lokalsorte des Jahres“
Steffen Kahl
Bachstraße 28
35614 Aßlar
steffen.kahl@online.de

Zum Pomologen-Verein



„Stina Lohmann“

Auszeichnung für gut lagerfähigen Winterapfel



02. März 2009 - Der Apfel des Jahres in Norddeutschland ist Stina Lohmann gewidmet: Sie lebte im 19. Jahrhundert im holsteinischen Kellinghusen. In ihrem Garten stand ein Apfelbaum, den sie selbst aus einem Kern gezogen hatte. Und wenn im Frühjahr bei den Nachbarn das eingelagerte Obst bereits verfault war, holte Stina Lohmann ihre Äpfel noch frisch und knackig aus dem Lager und verteilte sie an Bedürftige und Kinder.

Nach ihrem Tod um das Jahr 1860 wurde die Apfelsorte nach ihr benannt. Fast 150 Jahre nach ihrem Tod wird „Stina Lohmann“ die Apfelsorte des Jahres 2009.

Auch heute noch findet man in einigen Gärten im Holsteinischen diesen lagerfähigen Winter-Apfel. Und damit es so bleibt möchten die Organisatoren der Norddeutschen Apfeltage, die dieses Jahr vom 19.-20.09.2009 in Ammersbek stattfinden, stellvertretend auf die vielen alten lokalen und regionalen Apfelsorten hinweisen: Das „Wissen über die alten Apfelsorten“ soll möglichst viele Bürgerinnen und Bürger erreichen.



Esslinger Scheckenkirsche

Streuobstsorte des Jahres 2009 in Baden-Württemberg



08. Januar 2009 - Der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V. (LOGL) hat in diesem Jahr die Esslinger Scheckenkirsche zur Streuobstsorte des Jahres 2009 in Baden-Württemberg gekürt. Die mittelgroße, bunte, weiche Herzkirsche reift in der 2.- 3. Kirschenwoche und trägt sehr früh, sehr sicher und regelmäßig. Früher war die Sorte bei Kennern bzw. Liebhabern stark verbreitet.

Sie ist eine vielseitig verwertbare Lokalsorte und hat einen hochkugeligen Kronenaufbau. Die geringe Empfindlichkeit der Blüten gegen Nässe und Kälte, eine ausreichende Garnierung und hohe Frostresistenz des Holzes sind die Ursachen einer guten Ertragsfähigkeit, die sich bei fachgerechter Pflege regelmäßig einstellt. Die Frucht zeichnet sich durch einen hohen Zuckergehalt aus, ist im Geschmack jedoch weniger stark ausgeprägt. Die Esslinger Scheckenkirsche ist inzwischen sehr selten geworden und daher als Streuobstsorte des Jahres 2009 eine würdige Vertreterin.

Text: Rolf Heinzelmann, LOGL

Streuobst 2009

Fotos privat - NABU -