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Artenschutz, Fledermaus, Stöppach

Aus Bierkeller wird Fledermaus-Hotel

Untersiemau
Einige der noch im Coburger Land vorkommenden Feldermausarten können sich freuen. Elf alte, schon jahrelang unbenutzte Sandsteinkeller wurden im Ortsteil Stöppach zu Winterquartieren umgerüstet. Im Sommer haben die Fledermäuse sich Speck angefressen und können so den langen Winterschlaf antreten. Dieser kann bis zu sechs Monate dauern. Fledermäuse unterbrechen ihren Winterschlaf von Zeit zu Zeit, um zu trinken, ihre Blase zu entleeren oder um den Hangplatz zu wechseln. In diesem Fall wachen sie langsam auf, und der dafür benötigte Energieverbrauch ist gering. Bei Störungen hingegen muss die Fledermaus unter großem Energieaufwand aufwachen. Dies kann durch menschliche Störungen, wie Geräuschen, Anleuchten mit einer Taschenlampe oder leichten Berührungen, zu einer Gefahr werden. Geschieht dies öfter kann die Fledermaus verhungern. Deshalb werden die Gewölbekeller verschlossen und mit Einflugschlitzen versehen. Nachdem die meisten Besitzer der alten Bier-Kartoffel- oder Rübenkeller, die es in Stöppach noch gibt, ihre Zustimmung zur Benutzung als Fledermausquartieren der Unteren Naturschutzbehörden Coburg gaben, wurde nun auch der letzte Keller saniert. Der Besitzer Klaus Bauer gab seine Zustimmung und Diplom Biologe Gerhard Hübner konnte an die Arbeit gehen. Der Eingang musste freigeschaufelt und die Tür erneuert werden. Die Fledermäuse suchen vor allem alte vor menschlichen Zutritt geschützte frostsichere Gewölbekeller für ihren Winterschlaf aus. Diese Gegebenheiten waren in der „Kellergasse“ in Stöppach gegeben. Wegen der glatten Sandsteine musste Gerhard Hübner jedoch Überwinterungshilfen in Form von Gittersteinen an den Decken montieren. Bei einem kurzen Rundgang wurden in einigen Kellern, die vor einigen Wochen mit neuen Türen, Gittern und künstlichen

Schlafplätzen ausgerüstet wurden, bereits Bewohner festgestellt. Die Fledermausaktion ist eine Gemeinschaftsarbeit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Coburg, dem Landschaftspflegeverband Coburg und der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz beim Bund Naturschutz. Die Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Schon seit 50 Millionen Jahren bevölkern sie die Erde. Umweltveränderungen durch den Menschen haben in den letzten Jahrzehnten zu drastischen Bestandrückgängen der fliegenden Insektenjäger geführt. Alle einheimischen Fledermausarten sind deshalb unter Naturschutz gestellt. Trotzdem sind die meisten Arten nach wie vor stark gefährdet. Im Bereich Untersiemau – Coburger Land sind das „Braune Langohr“ und die „Fransenfledermaus“ zu Hause. Das Braune Langohr hält sich vornehmlich in Gebüschen oder Baumkronen, im Wald aber auch in Kuhställen auf. Während es im Sommer Dachstühle und Baumhöhlen bevorzugt wird das Winterquartier in Kellern, Stollen oder Höhlen aufgeschlagen. Die Fransenfledermäuse, die sich in Stöppach einquartiert haben, suchen ihre Beute in Wälder und anderen gehölzreichen Lebensräumen aber auch in Kuhställen, wo sie häufig nachts die Fliegen von Decke und Wänden fangen. Das Sommerquartier sind Baumhöhlen, Nistkästen, Hohlblocksteine an Ställen und Scheunen. Unterirdische Quartiere aller Art werden im Winter aufgesucht. Der Verlust ihrer Quartiere ist einer der Gründe für die Gefährdung der Fledermäuse. Sie selbst und auch ihre Unterkünfte stehen deshalb unter besonderem gesetzlichen Schutz. Wer weitere Hinweise zum Schutz der „Vampire“ benötigt, kann sich an die Naturschutzbehörde oder an die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz: Familie Papadopoulos, Coburg,
hs









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Diplom Biologe Gerhard Hübner bringt im Gewölbekeller von Klaus Bauer Überwinterungshilfen für Fledermäuse an.





Foto:

Heinz Stammberger

Überwinterungshilfen für Fledermäuse

Flermausschutz
Flermausschutz Elf alte, schon jahrelang unbenutzte Sandsteinkeller wurden im Ortsteil Stöppach zu Winterquartieren umgerüstet. Foto: Heinz Stammberger