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Balkonbepflanzung

Balkon

Balkonbepflanzung für Blüten besuchende Insekten – Stand März 2009
Nahrhafte Balkonbepflanzung
für Blüten besuchende Insekten
Blühende bunte Bepflanzungen in Balkonkästen und Kübeln sind nicht nur eine Freude für
unser Auge sondern ziehen auch zahlreiche Blütenbesucher wie Honigbienen, Hummeln,
Wildbienen, Schwebfliegen und Käfer in ihren Bann. Leider oft umsonst....! Denn viele der
klassischen Balkonpflanzen wie z.B. Geranien oder Fleissige Lieschen bieten diesen Insekten
wenig oder keinen lebenswichtigen Nektar und Pollen. Doch auch auf dem Balkon gibt es
viele Möglichkeiten, das Nahrungsangebot für Blütenbesucher zu verbessern.
Zur Auswahl stehen blühende Pflanzen aus dem klassischen Balkonsortiment. Wertvolle
Alternativen dazu finden sich bei den heimischen Wildstauden (siehe „Wildpflanzen für den
Balkon“). Auch ein- und mehrjährige Vertreter aus dem Bereich niedrig wachsende und
trockenheitsverträglichere Gartenstauden, Kräuter, Kübelpflanzen, Kleingehölze und
Zwiebelpflanzen bieten Insekten Nahrung.
Praktische Hinweise
Grundsätzlich können nur ungefüllte bzw. halbgefüllte Arten und Sorten ausreichend Nektar
und Pollen spenden. Bei den gefüllten Varianten sind Staubblätter zu Blütenblättern
umgewandelt und vermitteln zwar ein überaus prächtiges Blütenbild. Pollen produzieren
diese Blüten jedoch kaum mehr.
Die verfügbaren Nektar- und Pollenmengen hängen auch von der Pflanzenart und den
jeweiligen Standortbedingungen ab. Pflanzen blühen nur dann, wenn ihre jeweiligen
Wachstumsbedingungen hinsichtlich Licht, Temperatur, Substrat (Nährstoffe, pH-Wert) und
Feuchte erfüllt sind. Auch Wind und Regen (auf die Blüten) werden unterschiedlich gut
vertragen. Von daher ist es für ein gutes Gedeihen der Blüher wichtig, bei der
Pflanzenauswahl die Standortbedingungen des Balkons zu berücksichtigen (z.B.
Überdachung vorhanden oder nicht, Länge der Sonneneinstrahlung, etc.).
Das Material der Pflanzgefäße (Ton, Kunststoff, Metall etc.) ist hingegen weniger
entscheidend. Von Bedeutung sind aber ihr Volumen und ein passendes Substrat. Je mehr
Erde das Gefäß fasst, desto mehr Platz haben die Wurzeln und desto ausgeglichener ist die
Wasser- und Nährstoffversorgung für die Pflanzen. Für die meisten einjährigen
Bepflanzungen genügt Balkonblumen- oder Einheitserde. Wer aus ökologischen
Gesichtspunkten auf Torfsubstrate verzichten möchte, kann z.B. Gartenerde mit reifem
Grünkompost, Rindenkompost und Sand auflockern. (Grundmischung für sonnige Lagen:
40% Grünkompost, 35% Rindenkompost, 20% Sand, 5% Blähton. Grundmischung für
halbschattige u. schattige Lagen: 50% Grünkompost, 45% Rindenkompost, 5% Sand)
Wichtig ist eine Drainage der Gefäße, um Staunässe zu vermeiden und evt. Untersetzer, um
ein schnelles Austrocknen zu verhindern. Höher wachsende Pflanzen ab ca. 50 cm sind
aufgrund der Windanfälligkeit besser in Pflanzkübeln aufgehoben.
Bei mehrjährigen Bepflanzungen gilt es darüber hinaus die Frosthärte der Pflanzen und
Gefäße zu beachten.
Blütenbesuchende Insekten
Ein Blütenangebot mit Nektar- und Pollenspendern auf dem Balkon ist leider noch kein
alleiniger Garant für zahlreiche Insektenbesuche. Dieser hängt noch von anderen Faktoren
ab:
Grundsätzlich können nur die Insekten kommen, die es in der Gegend noch gibt. Die
Insekten brauchen auch im näheren Umfeld des Balkons weitere Nahrungs- und
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Nistmöglichkeiten (Nachbarbalkone, Bepflanzung des umliegenden Siedlungsraumes). Auch
ist der Flugradius der meisten Insekten begrenzt. Liegt der Balkon zu hoch und zu
windexponiert, schaffen es nur einzelne kräftige „Flieger“ wie die Hummel dorthin.
Außerdem eignet sich nicht jede Blütenform für jedes Insekt gleich gut, Grund ist der
unterschiedliche Bau der Mundwerkzeuge von blütenbesuchenden Insekten. Schmetterlinge
haben z.B. lange Saugrüssel, Schwebfliegen sind im Vergleich dazu mit sehr kurzen Tupf-
Rüsseln ausgestattet und Käfer haben nur kauende Mundwerkzeuge. Die meisten Blüten sind
so gebaut, dass Bienen sie gut besuchen können. Tiefere und größere Blüten werden von
Hummeln mit ihren etwas längeren Rüsseln und ihrem größeren Körpergewicht aufgesucht.
Bei ganz langen Röhrenblüten, Trichtern und Kelchen kommen nur noch Schmetterlinge zum
Zug. Schwebfliegen, Fliegen und verschiedene Blütenkäfer finden auf flachen Schalenblüten
Nahrung.
Pflanzenbeispiele
Ein- und zweijährige Beet- und Balkonpflanzen aus dem klassischen Sortiment:
Bei den in der Liste „Der Blühende Balkonkasten“ aufgeführten Pflanzen konnte ein guter bis
mittlerer Insektenbeflug beobachtet werden. Die Liste stellt nur eine Auswahl dar und erhebt
keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielleicht können Sie bei nicht genannten Blühern regen
Insektenbesuch beobachten und weitere geeignete Vertreter entdecken. Achten Sie beim
Pflanzenkauf auf ungefüllte und niedrigwachsende Sorten!
Gartenpflanzen, die sich auch für Pflanzgefäße eignen
Bei einigen Saat- und Pflanzgutanbietern finden sich niedrigwachsende Arten und
kleinwüchsig gezüchtete Gartenblumen. Die Kasten- und Kübeleignung bzw. die
Insektenfreundlichkeit sind z.T. in den Katalogen gekennzeichnet. Allerdings liegen
momentan nicht für alle dieser kleinwüchsigen ursprünglichen Gartenpflanzen Erfahrungen
vor, ob das Nektar- und Pollenangebot trotz niedrigem Wuchs erhalten geblieben ist. Es
werden auch für Balkongefäße geeignete Sommerblumenmischungen (Saatgut) für Insekten
angeboten, ebenso wie ein- bzw. mehrjährige „Pflanzpakete“ für Balkone. Beispiele sind:
Korkadenblume Gaillardia grandiflora, Mädchenauge Coreopsis sp.“Sunfire“, Sonnenbraut
Helenium „Dakota Gold“, Sonnenhut Rudbeckia „Cappucino“, Astern und Buschzinien Zinnia
angustifolia.
Kräuter
Blühende Küchenkräuter, vor allem aus der Familie der Lippenblütler sind wertvolle Nektarund
Pollenspender für viele Insekten: z.B. Thymian, Lavendel, Bergbohnenkraut,
Bohnenkraut, Salbei, Oregano, Ysop, Zitronenmelisse, Pfefferminz. Weitere wertvolle Arten
sind Schnittlauch, Weinraute oder das einjährige Basilikum.
Diese Pflanzen können z.B. gut mit Mauerpfefferarten wie Spanischer Mauerpfeffer, Milder
Mauerpfeffer, Tripmadam, und Fetthennenarten zu einer Dauerpflanzung in Kästen
arrangiert werden. Viele Kräuter vertragen auch halbschattige Balkonstandorte
(Pflegehinweise finden Sie unter „Wildstauden für Insekten“).
Pflanzen für Kübel und Tröge
Für große Balkone und Möglichkeiten zur frostfreien Überwinterung sind auch manche
Kübelpflanzen geeignet, so z.B. Zitrusgewächse, ungefüllte Buschrosen, Hochstammformen
von Fuchsien, Wandelröschen, ungefüllten Rosen oder Margeriten. Auch frostempfindliche
mehrjährige Kräuter im Kübel wie Rosmarin, Lavendel oder Schopflavendel bieten Insekten
Nahrung. In größeren Pflanzcontainern eignen sich auch kleinwüchsige Naturformen bzw.
niedrigbleibende Zuchtformen von Gehölzen für eine Dauerpflanzung auf dem Balkon.
(Beispiele siehe Liste „Der Blühende Balkon“)
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Kletterpflanzen
Auch unter den Kletterpflanzen finden sich Nektar und pollenspendende Pflanzen.
Kletterpflanzen benötigen große Gefäße, ein stabiles Rankgerüst und meist kräftige
Düngergaben. Teilweise brauchen sie einen „kalten Fuß“, d.h. einen Standort der die
Aufheizung des Pflanzkübels verhindert. Im allgemeinen ist die Kultur der Rankpflanzen in
Gefäßen schwieriger und kurzlebiger als bei Bodenpflanzung (Beispiele siehe Liste „Der
Blühende Balkon“).
Zwiebelpflanzen
Frühlingsboten aus Zwiebeln und Knollen wachsen auch in Kästen und Schalen. Allerdings
gibt es nur wenige, die eine weitere Blühsaison im Topf überdauern. Grund sind die
Wachstumsbedingungen der Frühblüher, die in der Natur meist im Halbschatten oder
Schatten auf feuchteren Standorten vorkommen. Balkonverträglichere Zwiebelpflanzen für
Insekten sind Traubenhyazinthe Muscari, Berglauch Allium montanta, Kopflauch A.
sphaerocephalon, Gelber Lauch A. flavum oder Schnittlauch A. schoenoprasum (sofern sie
zur Blüte kommen dürfen!). Andere Frühlingsblüher wie Krokusse Crocus, Schneeglöckchen
Galanthus, Narzissen Narcissus spec., botanische Tulpen Tulipa kaufmanniana (u.a.) und
Hyazinthen Hyacintus orientalis blühen nur im ersten Jahr üppig, können aber nach der Blüte
in eingezogenen Zustand in den Garten verpflanzt werden. Zwiebelgewächse kann man
blühend im Frühjahr kaufen oder selbst pflanzen. Die Zwiebeln in Gefäßen sollte man bis
spätestens Mitte November möglichst tief (der Art entsprechend) in durchlässige Erde
stecken. Für einen üppigen Frühblüherkasten rechnet man mit 50 bis 80 Zwiebeln auf einen
Meter. Je größer die Gefäße, desto besser! Große Zwiebeln und spätblühende Arten kommen
zu unterst in das Gefäß, frühblühende Arten weiter oben. Über den Winter sollten die Kästen
frostgeschützt (mit Kälteschutz versehen an der Hausmauer, Garage) aufgestellt werden. Die
Erde darf in dieser Zeit nicht austrocknen. Sobald sich im Frühjahr die ersten Triebspitzen
zeigen, können die Gefäße an einen schattigen Platz aufgestellt werden. Traubenhyazinthen
und die Lauch-Vertreter vertragen es sonniger.
Auch wenn blühende Balkone stabile Lebensräume für Insekten nicht ersetzen können,
bieten sie wertvolle Oasen auf kleinstem Raum. Erwähnt sei noch, dass Insekten nicht nur
für ein Futterangebot von März bis Oktober, sondern auch für Nistmöglichkeiten auf dem
Balkon in Form von Nisthilfen dankbar sind! (Weitere Informationen finden Sie unter
„Nisthilfen für Insekten“).
Zusätzliche Informationen finden Sie auch unter „Blühende Landschaft für Honigbienen“,
„Blühende Landschaft für Hummeln“, „Blühende Landschaft für Wildbienen“, „Blühende
Landschaft für Schmetterlinge“, „Blütenbesuchende Insekten im Garten“, „Der blühende
Staudengarten“, „Liste blühender Stauden“.
Informationen zum Insektenbesuch
.
Quelle: Witt Reinhard (2007): Das Wildpflanzen Topfbuch, Naturgarten Verlag Ottenhofen
zu beziehen bei: www.reinhard-witt.de


Das Netzwerk Blühende Landschaft stellt sich folgenden Aufgaben:
Vorhandene Konzepte erfassen, die Honig- und Wildbienen, Schmetterlingen und Fliegen sowie allen anderen nektar- und pollensuchenden Insekten wieder eine Lebensgrundlage schaffen
In Zusammenarbeit mit Landwirten, Naturschützern, Beratern, Verbrauchern, Gärtnern, Imkern, Wissenschaftlern und Landschaftsplanern neue, insektenfreundliche Bewirtschaftungskonzepte entwickeln Modellprojekte initiieren und Fördergelder dafür akquirieren
Den Dialog mit allen betroffenen Interessenverbänden zur breiten Umsetzung geeigneter Konzepte suchen Gespräche mit politischen Parteien und der Agrarverwaltung führen, um eine entsprechende Lenkung der landwirtschaftlichen Fördermittel zu erreichen
Die breite Öffentlichkeit sensibilisieren Eine blühende Landschaft gestalten, in der Menschen, Pflanzen und Tiere sich wieder wohlfühlen können

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